Einen wunderschönen guten Morgen!
Gestern habe ich einen Satz gelesen, der mich sehr beeindruckt hat. „Menschen können alles. Sie bauen Städte in den Himmel, fliegen zum Mond und erfinden Dinge, von denen früher niemand zu träumen wagte. Aber einen Wal retten? Das scheint plötzlich zu schwer zu sein“.
Die tragische Odyssee eines Buckelwals, der wochenlang durch die Ostsee irrte, beschäftigt nicht nur in Deutschland viele Menschen. Zunächst saß er am Timmendorfer Strand fest und konnte sich mithilfe von Baggern selbst aus seiner misslichen Lage befreien und tauchte in der Ostsee unter. Damit war das gewaltige Tier aber noch lange nicht dort, wo er sicher überleben kann: im Atlantik. Kurz darauf strandete der Wal erneut, diesmal in der Wismarer Bucht. Dort kam er zwar noch einmal frei, lag aber wenige Stunden wieder auf einer Sandbank. Hier liegt er nun seit über einer Woche und es besteht keine Chance sich selbst zu befreien.
Über Ostern war ein Rettungsversuch mit einem Katamaran genannt worden, doch nach Beratung mit Experten wurde die Idee wieder verworfen. Der Wal ist zu schwach für einen Transport, seine stark angegriffene Haut würde den Gurten nicht standhalten und könnte einreißen. Inzwischen wurden alle Rettungsversuche eingestellt und ich stelle mir die Frage: Wurde wirklich alles ausgeschöpft, was möglich gewesen wäre.
Wir können den Ozean durchqueren, schaffen es aber nicht, dass er sauber bleibt. Wir können Maschinen bauen die Tonnen bewegen, doch ein Lebewesen, das leben will bleibt schutzlos. Manchmal wirkt es als können Menschen alles, außer dem Wichtigsten, die Natur respektieren und bewahren. Vielleicht liegt hier nicht das Problem, dass wir es nicht können, sondern einfach, dass wir es nicht genug wollen.
Das Erlösen eines leidenden Tieres ist in Deutschland nur durch einen Tierarzt erlaubt um unheilbare Qualen und Schmerzen zu beenden. Der Eingriff, meist über eine überdosierte Narkose führt dann zu einem schmerzfreien, friedlichen Tod. Für ein Einschläfern ist bei so einem großen Säugetier wenig bekannt. Es bestehe die Gefahr, dass Medikamente zu gering dosiert werden und der Wal die Tötung bei vollem Bewusstsein miterlebe. Den Wal zu töten und von seinem Schicksal zu erlösen ist laut Experten aktuell keine Option. So müssen wir weiterhin mitansehen wie der Wal von Möwen angepickt wird, er kaum noch reagiert und letztendlich qualvoll sterben wird.
Gestern habe ich mir von meiner Zierkirsche ein paar Zweige geschnitten und immer wieder betrachte ich die wunderschönen Blüten. Es sind die kleinen Dinge, die mich erden und an herausfordernden Tagen wieder beruhigen.
Wünsche euch einen schönen und sonnigen Sonntag!